Materialien und Bewegungshilfen im Feldenkrais-Prozess

Editorial

Aus meinen über 40 Jahren Erfahrung heraus kann ich bestätigen, dass diese Methode einzigartig ist in ihrer Vielfalt und in ihrem kreativen Potenzial. Diese Feststellung gilt für die individuelle Arbeit in „Funktionaler Integration“ wie auch in der Gruppenarbeit „Bewusstheit durch Bewegung“.

Indem wir diese vielfältigen Möglichkeiten kombinieren, erleben wir uns täglich bei der Erfindung neuer veränderter Bewegungen. Der Grund dafür ist einfach: Wir stülpen nicht einfach vordefiniertes Wissen über unsere Schüler/Patienten. Indem wir unsere Wissen, unsere Erfahrung und unsere Neugier einsetzen, antworten wir auf jeden Menschen verschieden. Wir sind kreativ und antworten auf Jeden in seiner momentanen Situation.

Um all diese Kombinationen und auch die “Verdaunung” dieser Vielfalt zu verbessern, benutzen viele von uns verschiedene (und manchmal auch fremdartige) instrumente.

Als ich noch bei Moshe Feldenkrais Student war, sah ich ein Bett, Kartonrohre und hölzerne Rollen verschiedener Durchmesser. Ich sah auch einen kleinen batteriebetriebenen Vibrator, dazu benutzt, jeden einzelnen Wirbel zu aktivieren.

Moshe liess mich einmal, während ich eine FI gab, auf die Liege legen, und legte einen harten hölzernen Zylinder unter meinen Nacken. Moshe’s Behandlung war instruktiv und illustrativ – reich an Wissen und Bewegung. Mein Körper war sehr empfänglich – mit Ausnahme meines Nackens. Ich fühlte mich unwohl durch diese Härte.

Als die Stunde vorüber war, ging ich zu einer Polsterei und besorgte mir Schaumstoffabfälle in verschiedenen Grössen. Ich brachte diese am nächsten Tag zu Moshe. Er brummte zwar am Anfang ein wenig, benutzte sie aber später regelmässig, um die Härte des Steifen Holzes zu mildern. Es scheint, dass die runde Form der Rollen eine etwas geschmeidige Oberfläche braucht, wenn der Nacken und die Wirbel etwas steiff sind.

Ich lernte damit, dass wir unsere Sprache – die Feldenkraissprache – viel differenzierter anwenden können, weicher, kreativer und spielerischer. Durch die Benutzung solch einfacher Hilfsmittel wird der Bewegungsreichtum grösser. Und er steht so auch den auch den Studenten zur Verfügung. Diese fühlen sich weniger als Patienten, sondern viel mehr als Partner im Feldenkrais-Prozess den sie durch uns erfahren.

Vor vielen Jahren – als ich meinen beruflichen Weg begann – arbeitete ich am Abram’s Institut in Tel Aviv, einer Rehabilitationsstätte für CP-Kinder und Kindern mit muskulären Degenerationen.

Es war üblich, mit diesen Kindern riesige, vollgepumpte Bälle zu benutzen. Diese Bälle waren zu hart und zu schnell für diese Kinder. Ich liess etwa 30% der Luft hinaus und bekam damit Bälle, die eine viel grössere Kontaktfläche zum Boden hatten. Diese bälle rollten viel langsamer und damit wurde die Arbeit mit diesen Kindern viel freundlicher – es verminderte die Schwierigkeiten im Umgang mit der Schwerkraft. Ein Auto ist auch sicherer wenn keine Ueberdruck in seinen reifen herrscht.

Der weiche Ball veränderte die Behandlung der CP-Kinder hin zu einem freundlichen Prozess – das Lachen der Kinder zeigten ihr Vergnügen – es hatte nichts mehr zu tun mit einem ernsten medizinischen Prozess.

Es besteht kein Zweifel – Spiel und Humor sind der einzige Weg, über sich selber etwas zu lernen.

Seit diesen beiden sanfter machenden Episoden – die Schaumstoffe auf den hölzernen Rollen und die weniger stark aufgepumpten Bälle – ist viel Süsswasser durch das Meer von Galiläa geflossen.

Das Kennzeichen unserer Methode ist das konstante Lernen und die immerwährende Erfindung neuer Lösungen. Die Lösungen müssen reich und vielfältig sein – so wie es die Menschen sind, die unsere Hilfe suchen.

Ich benutze ein grosse Menge verschiedener Hilfsmittel – eiförmige Bälle verschiedener Grösse, Schaumstoffrollen verschiedener Durchmesser und Längen, eine Feldenkrais-Liege, die in der Höhe verstellt werden kann, so dass man alle notwendigen Stellung wie liegen, knien, stehen, sitzen vor der Liege erreichen kann.

Dazu verwende ich verschiedene Schaumstoff-Unterlagen und Kissen, beim sitzenden und beim liegenden Schüler. Dazu kommen verschiedene Bälle, mit glatter oder gerippter Oberfläche, harte und weiche.

Weiche Rollen für interessante Anwendungen für die Blockierung von Bewegungen. Harte Rollen um beim Sitzen auf einem Stuhl die Verbindung zwischen Becken und Kopf zu verbessern. Weiche Rollen beim Sitzen, um die Flexibilität der Wirbelsäule und ihre Aufrichtung bewusst zu machen. Dann eine ganz neue Anwendung – Arbeit am Schultergürtel und an den Beckenwirbeln unter Verwendung eines U-förmigen Stillkissens.

Die Benutzung solcher „Gadget’s“ verwandelt diese in wichtige Bestandteile des Behandlungs-/Lernprozesses, weil sie ein integraler Bestandteil des Körpers des Schülers werden, und sich in seinen Rythmen mitbewegen. Die Bewegungen werden damit und unter unserer Anleitung und Beobachtungsgabe sanft intensiviert.

Warum benutze ich immer die Bezeichnung „Patient/Schüler“ oder „Schüler/Patient“?

Ueblicherweise kommt eine Person zu uns weil sie Schmerzen hat. Schmerz ist nicht eine optimale Grundlage um über unsere Möglichkeiten etwas zu lernen.

Sie sind Patienten/Schüler in der Absicht, ihre Schmerzen zu vermindern. Später im Prozess – mit unsern Händen, mit Hilfe eines Balles oder irgend eines andern Hilfsmittels – werden die Bewegungsmöglichkeiten der Person vergrössert.

Dies ist der Moment, wo wir uns - dank unserer Erfahrung – in einen Spiegel verwandeln und in ein Vergrösserungsglas. Wir zeigen dem Patienten seine Möglichkeiten, und bitten ihn, selber die Initiative zu übernehmen und an sich zu arbeiten – mit der Hilfe unserer Hände.

Ein Beispiel: Leichte Bewegungen, die im Becken verstckt waren, und vorher nicht mit dem Brustkorb verbunden werden konnten. Ich bewege das Becken und der Patient den Brustkorb in einer einheitlichen gemeinsamen Bewegung.

Damit wird die Person primär zu einem Schüler, zu jemandem, der lernt. Der Fortschritt wird beschleunigt dadurch, dass der Schüler fühlt, dass auch seine Hände ihn führen.

In diesen Ausschnitten aus meiner Arbeit werden ihnen ein paar dieser Möglichkeiten aufgezeigt. Ich lade Sie ein, sich intensiv damit zu beschäftigen und bin sicher, dass sie einen Gewinn davon tragen werden.

Ihr Eli Wadler

 

Akkreditierte Ausbildungslehrgänge zum Feldenkrais Practitioner.

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Berufliche Fortbildungskurse in der Feldenkrais- Methode

Diese Seite enthält zwei praktische Lektionen zum Schnuppern.

Grundlagen der Funktionalen Integration
Hinweise zur Feldenkrais Arbeit

Feldenkrais Eli Wadler
Fliessende Bewegung von Kopf bis Fuss in lebendiger Praxis.

Bewegung ist Leben. Ohne Bewegung ist Leben undenkbar.
Dr. Moshe Feldenkrais
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