Wie ich eine Lektion in Funktionaler Integration (FI-Lektion) plane und aufbaue

Eli Wadler

In der ersten Stunde bitte ich den Schüler, im Raum herumzugehen.

Ich werde den Patienten bitten, zu beachten, welche Seite er zum Wenden gewählt hat, auf welche Art er seine Schultern trägt, auf die Geräusche zu achten, die er beim Gehen erzeugt, auf was die Augen gerichtet sind, auf die Länge der Schritte der beiden Füsse, und auf die Zeit, die ein Fuss auf dem Boden verweilt, die für jeden Fuss anders ist. Ich werde die Informationen, die ich sammle, mit dem Patienten teilen, und ihn wissen lassen, in welchem Masse sein Körper Dinge ausdrückt, an die er nie gedacht hätte, und wie viele verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten übersehen oder vom Patienten versteckt wurden. Dies führt dazu, dass der Patient begreifen lernt, dass die Verantwortung für seinen/ihren Körper nicht in den Händen irgend eines Meisters dieser Profession liegt.

Was den Patienten dazu führen wird, seine Bewegungen wahrzunehmen, ist das Interesse und die Neugierde über die Wunder der Bewegung, und auf keinen Fall die Last der Schmerzen. Hier erwarte ich vom Patienten, dass er aufhört, passiv eine Behandlung über sich ergehen zu lassen, und damit wird die Lektion zu etwas Interessantem, für das man Verantwortung übernehmen kann. Verantwortung übernehmen bedeutet zum Beispiel, während der FI aufmerksam zu sein, damit sie zu einer Lehre wird, und damit der Patient später in endlosen Abenteuern aktiv wird - in Bewegungen und Lösungen, die die Patienten sich selber geben werden, in ihren ATM-Stunden. Eine FI besteht, wie Moshe Feldenkrais in seinem Buch "Chapters in my Method" beschrieben hat, aus einer Serie von Lektionen, die eine auf der andern aufbaut, und sie sind in Schichten aufgebaut, die der jeweiligen Lernfähigkeit der Patienten entspricht.

Ich werde den Patienten immer fragen, welches seine bevorzugte Lage ist, um sich niederzulegen, zu sitzen oder zu stehen, weil oft ein Schmerz die Bevorzugung einer Position vor allen andern diktiert. Es ist offensichtlich, dass es darum geht, einen Dialog zu benutzen, der aus einer non-verbalen Bewegungessprache besteht - eine Sprache, in der ich mit meinem Körper und meinen Händen spreche. Wenn ich erwarte, dass Körper und Geist des Patienten mit mir in einen Dialog treten, so muss die Art dieses Sprechens innerhalb der Grenzen des Familären, Sicheren und Gewohnten des Patienten liegen. Ich werde nie eine Bewegung diktieren, sondern darauf achten, was für uns beide erreichbar und möglich ist.

Eine Person mit Schmerzen ist unsicher in seinen Bewegungen, und die Berührung der Hand eines andern ist schwierig zu ertragen, auch wenn das Vertrauen in mein Wissen und meine Professionalität und Meisterschaft logisch erscheint. Ich muss eine Konversation mit dieser Zone der Furcht aufbauen, und das Vertrauen des Patienten zuerst in seinen Bewegungen, und dann natürlich auch in meinen Bewegungen gewinnen. Wie macht man das?

Aus Sicht der "Bewegungstechnik": Meine Hände liegen auf dem Körper des Patienten, hauptsächlich als Informations-Sensoren, um die Richtung und Grösse der Bewegungen des Patienten zu fühlen. Meine Hände sind nicht die Hauptdarsteller. Mein Körper, das sind meine Hüften, mein Schultergürtel, das Gewicht meines Kopfes. Die richtige Weite meines Standes, die Art, wie ich sitze oder stehe um Anspannungen in meiner Hüfte und in meinem Rücken zu vermeiden.

Meine Hände zeigen leicht die Bewegungen meiner Hüften an, wenn ich beabsichtige, die Hüften des Patienten zu bewegen. Meine Hände zeigen die Bewegungen meiner Schultern, wenn ich die Absicht habe, die Schultern des Patienten zu bewegen.

Dies bringt die gleichen Faktoren der Persönlichkeit des Patienten, die aus Furcht vor Schmerzen die versteinerten Bewegungen verursachen dazu, das Vertrauen zu gewinnen, dass meine Hände nicht gegen die Absichten des Patienten gerichtet sind, sondern sie vorurteilslos akzeptieren. Meine Hände können womöglich dem Patienten ein paar Optionen vorschlagen, entsprechend dem was sie/er spürt, unter Berücksichtigung der Gefühle und der Empfindlichkeit für Schmerz des Patienten.

Meine Hände nehmen die durch erhöhten Tonus verteidigten Anstrengungen der Muskeln des Patienten sehr wichtig, und sie werden bewirken, dass der zusätzliche Tonus sich abschwächt, und bewirken ein Verlassens des Gefängnisses der versteinerten Bewegungen.

Nach dem Ton der Bewegungs-Entspannung, den ich in den ersten Lektionen einfliessen lasse - in denen die Leute vor allem auf ihre Schmerzen und Beschränkungen achten - werde ich nach und nach die Positionen erweitern, an die der Patient gewohnt ist. Zusätzliche Möglichkeiten, aber nie extreme, werden eingeführt, damit der Patient merkt dass der Krieg vorbei ist, und es ander Zeit ist, den Bunker zu verlassen und wieder in ein normales Haus zu ziehen. Später werde ich neue Bewegungen einführen die ausserhalb des Repertoires des Patienten liegen, in seinem Innern wegen seines Zustandes nur latent vorhanden sind.

Ein Beispiel: Ich werde den Patienten sich auf einen gelben, fast luftleeren Eiball legen lassen. Der Patient liegt auf einer Seite und wird aufgefordert, mit der oberen Hüfte Kreise zu zeichnen. Dabei werde ich feststellen, dass auch die Brustwirbel und -Rippen sich ein wenig bewegen. Ich werde in einer kaum wahrnehmbaren Bewegung meine Hand auf die Stelle legen, die sich bewegt, und den Patienten bitten, um meine Hand kleine Kreise zu zeichnen. Auf einmal werden die Bewegungen des Beckens leichter werden. Dann werde ich meine warme Hand auf die schmerzenden Lendenwirbel legen, und den Patienten bitten, damit meine Hand zu füllen, und sie dann wieder ein bisschen weniger berühren zu lassen. Auf diese Weise wird eine Bewegung eine andere ablösen, wird sich ein weiterer Wirbel bewegen in der Kette der Wirbelsäule des Patienten, bis der ganze Körper in sich leicht in kleinen Kreisen bewegt.

Am Ende der Lektion werde ich den Patienten bitten, sich vom Bett zu rollen, und ein wenig im Zimmer umherzugehen. Ich werde die Aufmerksamkeit des Patienten durch Fragen wie: "Welche Teile ihres Körpers bewegen sich nun?", "Wie benutzen sie jetzt ihren Fuss?" und weiteren Fragen auf das Mögliche und Bewegliche richten und nicht auf das Schmerzhafte und Beschränkte.

Auf diese Weise verlässt der Patient eine weitere Lektion mit erweiterten Bewegungen und der Wahrnehmung seiner Möglichkeiten, und mit dem Gefühl, dass vor allem er selber (hauptsächlich) dazu beigetragen hat.

In der nächsten Stunde wird der Patient gefragt, wo die Verbesserung gefühlt wurde, und wo vielleicht noch eine Bewegung fehlt, die früher einmal vorhanden war. Wie in einer ATM-Lektion werde ich vom Leichten zum immer noch Blockierten schreiten, bis der Patient die Möglichkeit hat, den Schlüssel zu ölen, und das Schloss der Beschränkungen durch Furcht und Schmerz zu öffnen, die die Bewegungen gefangen hielten.

Wir werden den Weg für jede Person von Grund auf neu beschreiben, um die Lösung mit Geduld und täglich neu geschärftem Blick zu finden. Wir müssen uns erlauben, selber Fehler zu begehen und die Richtung zu wechseln, neue Optionen aus den kleinen Bewegungen des wegen Schmerzen zementierten Körpers zu erfinden. Diese Bewegungen können sich nicht vor unseren erfahrenen Augen verbergen. Dies sollte aber nie aus einer leeren professionellen Arroganz heraus erfolgen. Um abzuschliessen, können wir sagen, dass wir einen Beruf erlernt haben, in welchem wir durch tägliche Erfahrung lernen. Was wir zusätzlich aus Büchern, Artikeln und Videos lernen, bestärkt uns zusätzlich und ermöglicht uns, täglich zu lernen und uns zu erweitern und zu verfeinern, ohne uns jemals in der falschen Sicherheit des Wissens zu wiegen.

 

Die Osteoporose (Kalziumabbau) ist eine Krankheit, die sich durch langsamen

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Movement is life. Without movement, life is unthinkable.
Dr. Moshe Feldenkrais
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